46 Autorenfilmer / Filmautorinnen

Aus dem Editorial:
Das vorliegende Heft befaßt sich mit unterschiedlichen Aspekten dessen, was in Filmdebatten als Autorenprinzip ausgemacht wird. Darunter fallen nicht nur die Arbeiten von literarischen Autoren für den Film, sondern auch das Problem der Autorschaft an einem Film im Sinne der Frage nach seinem Hervorbringer. Die Kategorie des »Autorenfilm« hat seit der »Politique des Auteurs«, die die Regisseure der Nouvelle Vague proklamiert haben, vor allem einen filmpolitischen Hintergrund. Sie wird gerne analog für den »unabhängigen Film« benutzt, in dem Autor und Produzent idealtypisch zusammenfallen sollen. Vor diesem Hintergrund empfahl sich das Konzept auch für die Frauen, die Filme außerhalb der arbeitsteilig organisierten Zweige der Filmindustrie zu drehen begonnen haben. Spätestens mit den strukturalistischen Ansätzen geriet auch die Kategorie des »Autors« in die Konkursmasse des Subjektbegriffs, wurde als obsolete, ürgerliche Kategorie ausgeblendet. Seine strategische Verwendung und sein ästhetisches Konzept finden keine bruchlosen Einheiten mehr, oft auch eine Mehrheiten mehr unter den »unabhängigen Filmemachern«.

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Inhalt

  • Marieluise Fleißer: Die nächtliche Wanderung
  • Chryssoula Kambas: Androgyne – ein Selbstentwurf Lu Märtens zwischen Romantik und Sozialismus
  • Chryssoula Kambas: Editorische Bemerkungen zu Lu Märtens “Tänzer”
  • Gertrud Koch: Blindheit als Innenansicht. Visionen vom Unsichtbaren in Werner Herzogs Film “Land des Schweigens und der Dunkelheit”
  • Gertrud Koch und Heide Schlüpmann: Vorwort
  • Lu Märten: Tänzer. Psychologisches Schauspiel aus dem Leben dreier Menschen. Schauspiel / Film
  • Eva Pfister: Visuelle Erzählung. Marieluise Fleißers Versuche als Drehbuchautorin
  • Claudia Preschl: Kichern der Mimi Minus. Zu einigen Filmen von Mara Mattuschka
  • Veronika Rall: Die Grenzen des Textes. Zu Marguerite Duras’ “Die grünen Augen”
  • Veronika Rall: Gewalt, Affekte, Reflektionen. Zum 41. Internationalen Filmfestival Locarno
  • Heide Schlüpmann: “Unterschiedenes ist gut”. Kluge, Autorenfilm und weiblicher Blick
  • Katharina Sykora: “When form takes as many risks as the content”. Zu Su Friedrichs “Damned if you don’t”