Maskerade

Die Kamera hat wie in kaum einem anderen ästhetischen Medium die Möglichkeit geschaffen, die Physiognomie des Details zum Ausdruck zu bringen. Um Knopf und Kragen, Braue und Knoten hat sich das Kino verdient gemacht. Nicht bloß als historischer Mummenschanz, als permanenter Karneval inszeniert das Kino Masken und Kostüme, sondern als subtile Ausdrucksträger erotischer Phantasien von Männlichkeit und Weiblichkeit, selbst die Nackheit wird da wieder zu einem Kostüm unter anderen.

Heft 38 umfaßt im thematischen Teil verschiedenste Beiträge zum Thema: u.a. Karsten Witte über die "Fetisch-Messen" im Werk Kenneth Angers; Richard Dyer untersucht die "männlichen Pin—Ups"; Mechthild Krüger—Zeul gibt eine analytische Deutung über den "Knoten der Gefühle" in Alfred Hitchcocks Vertigo; die "Maskeraden der Weiblichkeit" untersucht Mary Ann Doane. Der Diskussionsteil enthält ein Streitgespräch über die neue "Heimat" und die Sehnsucht nach dem alten Mief bei Edgar Reitz.

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38 Maskerade